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Die landkreiseigene Nahverkehrsgesellschaft GFN hat im Geschäftsjahr 2025 mit 51 Regionalbuslinien – davon 24 im Takt- oder taktähnlichen Verkehr mit einem Angebot auch in den Abendstunden und am Wochenende – insgesamt 9,3 Millionen Wagenkilometer erbracht. Eingebunden sind 26 mittelständische Auftragsunternehmen mit über 350 Bussen. In der Verwaltungsratssitzung verabschiedeten Landrätin Tanja Schweiger und GFN-Geschäftsführer Josef Weigl auch verdiente Verwaltungsräte.

Verabschiedung des GFN-Verwaltungsrats mit Landrätin Tanja Schweiger und Josef Weigl, Geschäftsführer GFN und RVV
Foto: Marcus Dörner, Landratsamt
Mit den Angebotsverbesserungen der letzten Jahre hat der Landkreis Regensburg über seine Nahverkehrsgesellschaft den Regionalbusverkehr im RVV nochmals maßgeblich ausgebaut. Dichtere Takte, neue Linien, zusätzliche Angebote am Abend und am Wochenende sind eingerichtet. Rufbusse, der On-Demand-Verkehr elma im westlichen Landkreis und mittlerweile auch stationsbasiertes E-Carsharing ergänzen das Mobilitätsangebot im Landkreis. Hinzu kommen der etablierte Citybus Regenstauf sowie der Gemeindebus Wenzenbach, der zum 1. September neu konzeptioniert werden soll. Aktuell werden zudem das Erscheinungsbild, die Funktionalität und die Aufenthaltsqualität an den rund 1.600 Haltestellen im Landkreis gemeinsam mit den Gemeinden verbessert.
Das Geschäftsjahr 2025 und Ausblick
Im Geschäftsjahr 2025 hat die GFN eine Betriebsleistung von 9,3 Millionen Wagenkilometer erbracht. Die Fahrgastzahlen liegen über dem Niveau von vor der Pandemie. Die Aufwendungen der GFN für die Betriebsleistung an die Verkehrsunternehmen betragen knapp 50 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge liegen bei insgesamt 40 Millionen Euro. Die GFN weist für 2025 somit einen Jahresfehlbetrag von 9,3 Millionen Euro aus, der vom Landkreis über eine Kapitaleinlage abgedeckt wird. Die Belastung des Kreishaushalts unter Berücksichtigung der Zuschüsse des Freistaats beträgt 7,6 Millionen Euro. In 2026 wird ein Jahresfehlbetrag bei der GFN von 10,6 Millionen Euro erwartet. Vor sechs Jahren lag die Betriebsleistung noch bei 7,5 Millionen Wagenkilometern, der Fehlbetrag der GFN bei 5,7 Millionen Euro und die Haushaltsbelastung des Landkreises bei 4,1 Millionen Euro. Wesentliche Gründe für die Defizitsteigerung der letzten Jahre sind neben den Angebotsverbesserungen im Rahmen einer Angebotsoffensive des Landkreises massive Kostensteigerungen im ÖPNV bei eher sinkenden staatlichen Zuschüssen.
Langjährige Verwaltungsräte verabschiedet
Landrätin Tanja Schweiger verabschiedete den Verwaltungsrat in seiner derzeitigen Zusammensetzung. Der neue Verwaltungsrat wurde mittlerweile im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Kreistages bestellt. Nicht mehr mit dabei sein werden: der stellvertretende Landrat Willibald Hogger, der dem Gremium 30 Jahre angehörte, die Kreisrätinnen Christa Wunderer und Claudia Wiest sowie die Kreisräte Johann Jurgowsky und Stefan Potschaski. Willibald Hogger war von Mai 1996 bis April 2014 als Kreisrat im Verwaltungsrat der GFN und ab Mai 2014 in seiner Funktion als gewählter Stellvertreter der Landrätin.
Bargeldloses Zugangssystem auch im Regionalbusverkehr
Im Rahmen der geplanten Verbundraumausweitung des Regensburger Verkehrsverbundes zum 1. Januar 2027 ist unter anderem die Einführung eines verbundweiten Check-In/Check-Out-Systems geplant. Damit wird im gesamten RVV-Gebiet ein modernes und digitales, bargeldloses Zugangssystem im Busverkehr und für die Bahnhaltepunkte eingeführt. Dies ermöglicht einen einfachen Zugang zum ÖPNV ganz ohne Tarifkenntnisse. Die Umstellung des Fahrerverkaufs im Bus auf einen bargeldlosen Vertrieb (Check-In/Check-Out-System) bringt für die GFN und die 26 Regionalbusunternehmen umfangreiche Veränderungen mit sich. Der Ticketverkauf durch das Fahrpersonal wird eingestellt, was zu einer Beschleunigung des Betriebsablaufs führt. Sämtliche RVV-Tickets können zudem künftig im Bereich des vorderen Einstiegs über einen sogenannten Validator kontrolliert werden.
Dieselpreisentwicklung
Mittlerweile liegt der durchschnittliche Dieseleinkaufspreis für die Unternehmen 30 Prozent höher als im Vorjahr. Basierend auf einem Durchschnittsverbrauch von 32 Litern pro 100 Kilometer und einer Dieselpreissteigerung von 40 Cent pro Liter, errechnen sich – ein gleichbleibendes Preisniveau unterstellt – zusätzliche Kosten in Höhe von rund einer Million Euro pro Jahr für die Verkehrsunternehmen und somit für den ÖPNV. Die finanziellen Auswirkungen hieraus trägt schlussendlich die GFN und damit der Landkreis Regensburg über den Kreishaushalt – und das bei seit vielen Jahren stagnierenden und künftig sogar sinkenden staatlichen Zuschüssen. Landrätin Tanja Schweiger setzt sich angesichts der massiven allgemeinen Kostensteigerungen der letzten Jahre bereits seit Längerem beim Freistaat Bayern für eine zukunftsfähige Finanzausstattung der ÖPNV-Aufgabenträger ein.
HINTERGRUND
Die Nahverkehrsgesellschaft GFN
ist vom Landkreis Regensburg mit der Planung, Organisation und Durchführung des Regionalbusverkehrs betraut. Dabei erbringt die GFN die Verkehrsleistungen nicht selbst, sondern hat 26 regionale Verkehrsunternehmen beauftragt, die über entsprechende Kooperationsverträge eingebunden sind. Auch für die öffentlichen Vergaben von Busverkehrsleistungen ist die GFN zuständig. Zudem sorgt sie für die Ausrüstung der Regionalbusse mit modernen Steuerungs-. Informations- und Abfertigungsgeräten. Sie betreibt ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem und liefert so unter anderem Daten für die Fahrgastinformation in den Bussen und der RVV-App. Bei landkreiskreisüberschreitenden Linien wird die GFN auch für die Nachbarlandkreise tätig.



