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Die Wörther MittelschülerInnen mit Landrätin Tanja Schweiger (3.v.l.) und Ekkehard Hollschwandner (Mitte), der im Theaterstück und bei Schlossführungen Karl Theodor von Dalberg spielt
Vor 220 Jahren wurde das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation auf Schloss Wörth besiegelt. Im vollbesetzten Rondellzimmer, genau dort, wo Karl Theodor von Dalberg die Rheinbundakte unterschrieb, zeigten SchülerInnen der Mittelschule Wörth in einem Kamishibai-Theater, was den Geistlichen zu diesem einschneidenden Schritt bewegte.
Gebannt lauschten die ZuschauerInnen dem Prolog zum Stück, den ein Schüler eingesprochen hatte, ehe Ekkehard Hollschwandner als Karl Theodor von Dalberg die Bühne betrat und in einem Monolog seine Gedanken, Gefühle und Zweifel mit dem Publikum teilte. Auch diesen Text hatten Achtklässler der Mittelschule Wörth für das Theaterstück erarbeitet. Sie beschrieben darin, was den Kirchenfürsten, der als Erzkanzler in der Hierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gleich unter dem Kaiser stand, dazu bewog, den von Napoleon auferlegten Vertrag zu unterschreiben, der die deutschen Staaten in ein Bündnis mit Frankreich zwang und nach 900 Jahren das Ende des Reiches bedeutete. Illustriert wurden Dalbergs Gedanken auch in einem Kamishibai-Theater. Nacheinander schoben Schülerinnen dazu passende Bilder, die sie im Kunstunterricht gestaltet hatten, in einen großen Holzrahmen.
Landrätin Tanja Schweiger: „Die Unterzeichnung der Rheinbundakte war ein Wendepunkt der europäischen Geschichte. Dass wir dieses historische Zimmer im Eigentum des Landkreises haben, ist auch eine Verpflichtung. Mir war wichtig, den Jahrestag zu würdigen. Es freut mich sehr, dass und mit welchem Engagement die Schülerinnen und Schüler dieses historische Ereignis aufgearbeitet und für das Publikum lebendig gemacht haben. So wird Geschichte verständlich und greifbar.“
Julia Wagner war ebenfalls sehr zufrieden mit den mitwirkenden Jungs und Mädchen. Die Lehrerin, die das Projekt umgesetzt hatte, sagte: „Für die Schülerinnen und Schüler war das ein tolles Erlebnis – begonnen mit der Vorbereitung und dem Erarbeiten von Text und Bildern bis zur Aufführung. Diese war der Höhepunkt für alle Beteiligten. Es freut mich, dass das in dieser Form möglich war und Schule sich auch einmal von einer anderen Seite zeigen konnte.“
Auch Josef Schütz, stellvertretender Landrat und Bürgermeister der Stadt Wörth a.d. Donau, nutzte die Gelegenheit, um Wagner und den Schülerinnen und Schülern für die Vorstellung zu danken. Die Veranstaltung wurde auf Initiative der Landrätin und mit Unterstützung des Kreiskulturreferats von K-i-W (Kultur in Wörth) in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg organisiert.
Foto: H.C. Wagner



