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Stürze gehören beim Mountainbiken dazu – doch aus kleinen Missgeschicken können schnell ernsthafte Notfallsituationen werden. Wie man im Fall eines Unfalls richtig reagiert, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen jeder kennen sollte und wie sich Risiken minimieren lassen, erklärt Pauline Dirschl, Leiterin Ausbildung bei den Maltesern.

„Stürze gehören zum Sport dazu, aber sie sollten nie unterschätzt werden“, betont Pauline Dirschl. Besonders häufig seien beim Mountainbiken Prellungen, Schürfwunden und Frakturen. Auch Kopfverletzungen spielten eine große Rolle – vor allem, wenn Helme nicht richtig sitzen oder gar nicht getragen werden.
Bei einem Unfall entscheidend: klaren Kopf bewahren!
Dirschl empfiehlt die einfache, aber wirkungsvolle Regel „10 Sekunden für 10 Minuten“. „Lasst alles stehen und liegen, atmet tief durch und nehmt euch zehn Sekunden Zeit, um über die nächsten zehn Minuten nachzudenken“, sagt sie. „Ruhe bewahren statt in Panik zu verfallen hilft euch – und vor allem der verletzten Person.“
Bei schweren Verletzungen oder Bewusstlosigkeit müsse sofort der Notruf über die 112 gewählt werden. Dabei helfen die bekannten fünf W-Fragen: Wer ruft an? Wo ist das Ereignis? Was ist geschehen? Wie viele Betroffene gibt es? Und besonders wichtig: Warten auf Rückfragen. Pauline Dirschl unterstreicht: „Das Gespräch beendet immer der Disponent in der Integrierten Leitstelle – niemals selbst auflegen.“
Auch grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen können im Ernstfall entscheidend sein. „Blutungen stoppen, Wunden versorgen und verletzte Personen richtig lagern sind essenziell“, erklärt Dirschl. Bei Verdacht auf Knochenbrüche gelte außerdem: möglichst wenig bewegen.
Damit Rettungskräfte schnell zur Unfallstelle finden, können Mountainbiker selbst wichtige Unterstützung leisten. „Wenn es die Situation zulässt, hilft ein gut positionierter Einweiser enorm“, sagt Dirschl. Gerade in unübersichtlichem Gelände oder bei schwer zugänglichen Trails könne das wertvolle Zeit sparen. „Oft sind mehrere Einweiser sinnvoll, weil Einsatzfahrzeuge zu unterschiedlichen Zeiten eintreffen oder der Weg kompliziert ist.“
Nur richtig vorbereitet auf die Tour
„Ein kleines Erste-Hilfe-Set gehört auf jede Tour“, betont Dirschl. Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Pflaster und eine Rettungsdecke sollten ebenso selbstverständlich sein wie ein Mobiltelefon. Für längere Touren empfiehlt sie zusätzlich eine Notfallpfeife: „Mit kleinen Hilfsmitteln kann man im Ernstfall einen großen Unterschied machen.“
Wichtig sei zudem, Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig aufzufrischen. „Ich empfehle alle zwei bis drei Jahre einen Auffrischungskurs“, sagt Dirschl. Medizinische Leitlinien änderten sich stetig, und regelmäßiges Training gebe Sicherheit. „Im Ernstfall zählt nicht nur Wissen, sondern auch Routine.“
Noch besser als richtig zu reagieren sei es natürlich, Unfälle möglichst zu vermeiden. „Ein passender Helm, realistische Selbsteinschätzung und ein technisch gut gewartetes Bike sind die Basis für sicheres Fahren.“ empfiehlt Dirschl. Auch das Einhalten von Verkehrs- und Trail-Regeln gehöre dazu. Ihr wichtigster Appell: „Genießt das Fahren, aber bleibt aufmerksam und vorausschauend.“



